Dänisches Markendesign

Nützlich mussten sie sein. Puristisch und formal ausdrucksstark. Der Architekt und Designer Arne Jacobsen entwarf keine sinnlosen Staubfänger, sondern praktische Objekte der besonderen Art.

Besteckserie als Filmstar

Eigentlich wollte Arne Jacobsen (1902–1971) Maler werden. Der in einer bürgerlichen Kopenhagener Familie aufgewachsene Däne besaß schon in jungen Jahren ein zeichnerisches Talent, dem er sich gerne voll gewidmet hätte. Doch es kam anders: Er verschrieb sein Leben nicht der freien Kunst, sondern der Formgestaltung, dem Design und der Architektur. Wobei es ihm weniger um die Ästhetik ging – „Ich ersticke an Ästhetik“ beklagte sich Jacobsen einmal vor Journalisten –, sondern vielmehr um die Nützlichkeit seiner Kreationen. Egal ob es sich dabei um schlichte Tortenheber, reduzierte Stühle oder hochwertige Wasserhähne handelte, bei dem weit über seinen Tod hinaus bekannten Designer musste alles puristisch und praktisch sein. Seine Entwürfe waren derart außergewöhnlich, dass sie nach der Jahrhundertmitte stilprägend wurden. So verwendete beispielsweise der Regisseur Stanley Kubrick in sei-nem in den 1960er Jahren gedrehten Film „2001: A Space Odyssey“ die von Jacobsen entworfene Besteckserie AJ. Spätestens seitdem stehen diese Messer, Gabeln und Löffel für Jacobsens zukunftsorientiertes Arbeiten.

Erfolg mit der Ameise

Wenn AJ für die Zukunft steht, dann ist der Stuhl 3100, die so genannte Ameise aus dem Jahr 1952, der Prototyp eines einfachen und alltagstauglichen Sitzmöbels aus weich geformtem Sperrholz.
Danach schuf Jacobsen die Serie 3107, die zum Inbegriff des stapelbaren Stuhls wurde.

Auch als Architekt prägte er das Bild der dänischen Baukunst im 20. Jahrhundert entscheidend mit. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählt die Dänische Nationalbank und das SAS-Hochhaus in Kopenhagen, mit dem er schließlich Ende der 1960er Jahre international berühmt wurde.
Den bekannten Sessel Schwan kreierte er eigens für das Hotel SAS. Aus der gleichen Serie kommt übrigens auch die heute noch futuristisch anmutende Sitzschale mit dem schlichten Namen Ei.

 

Jacobsen und Vola – eine Erfolgsgeschichte

Anfang der 1960er Jahre wandte sich auch Verner Overgaard, Besitzer der traditionsreichen dänischen Gesellschaft Vola A/S, an Arne Jacobsen, um ihn für sein neues Armaturenkonzept zu gewinnen. Die Idee war eine Serie zu entwickeln, bei der alle Rohre und Funktionsteile hinter der Wand liegen würden.

Vola = Zeitloses Design + modernste Technik

Arne Jacobsen war von der Montageform fasziniert, entsprach sie doch seiner Vorstellung von Design, bei der es um Einfachheit und Reduktion auf das Wesentliche geht.

Nach dem Tod von Arne Jacobsen entwickelten Teit Weylandt und Carsten Overgaard, Direktor von Vola A/S, die Serie weiter. Sie gründeten Vola als eine internationale Marke, die auf ausgezeichnetem Design sowie höchster Funktionalität basiert – und die das Werk Jacobsens bis ins 21. Jahrhundert transportiert hat.

Heute noch werden die Entwürfe nahezu unverändert von Vola umgesetzt – vom Innenleben jedoch nicht mehr mit dem Original von 1968 zu vergleichen. Neben stetigen technischen Innovationen sind die Armaturen z.B. heute werksmäßig mit Wassermengenreglern ausgestattet. Zu den ursprünglich farbigen und verchromten Armaturen bietet Vola das Original-Design nun auch in massivem Edelstahl an.

Berührungslose Stand- und Wandarmaturen verbinden heute modernste Sensortechnik mit dem visionären gestalterischen Talent von Arne Jacobsen. Für die sensorgesteuerte Waschtischarmatur erhielt Vola 2003 den bedeutenden Good Design Award 2003 durch das Chicago Athenaeum Museum of Architecture and Design. Es scheint, dass die Erfolgsgeschichte noch lange fortgeführt werden wird.

Mehr zu Arne Jacobsen: www.arne-jacobsen.com.

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